copyright Beatrice Gaiselmann

Schwäbische Schöpfergeschichte

Autor: August Lämmle

 

Als der Herrgott daran ging, die Erde zu machen, da baute er zuvor, wie ein kluger Mann tut, ein kleines Musterstück. Mit kunstreichen Händen gestaltete er, was er brauchte: Höhenzüge und Gebirge mit schönen Berggipfeln, Felsentürme und tiefe Ebenen mit Kornfeldern, einen schönen Fluss, grüne Seen und daran ein kleines Meer. Und er machte einen blauen Himmel darüber mit Sommerwolken. Und erließ darin aufwachsen, breitästige Eichen und Buhen, Apfelbäume, Weinstöcke und Wachholderbüsche, jedes an seinem Ort. Und zuletzt setzte er dahinein ein paar lustige Musikanten, Finken und Lerchen und Spatzen und in die springenden Wasser die springenden Forellen. Und nach diesem Modell baute er nun seine große, stolze Erde, nur die Berge und Gebirge höher, die Schluchten wilder, die Ebenen breiter, die Flüsse wasserreicher und dazu das schier unermessliche Meer. Und er machte alles so schön und so reich und so gut, wie es eben nur ein großer Meister machen kann. Und als er nun am ersten und schönsten Sonntagmorgen das Werk seiner Hände betrachtete und sein Wohlgefallen hatte an der bunten Fülle und an der Lust der Geschöpfe, da sah er nebenbei das kleine Modell. Und es deuchte dem Meister zu schade, das kleine Kunstwerk, das seinen Dienst getan, nun so einfach beiseite zu schieben. Und er suchte einen feinen und heimlichen Platz auf der Erde heraus und baute es da hinein. Und das ist nun das Schwabenländle geworden.

So kommt es, dass dieses Land von jeder Schönheit der Erde einen Teil hat

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